Pädagogische Konzeption
Mein Bild vom Kind
Die Kindheit ist grundlegend für einen guten Start in das Leben eines Menschen.
Kinder sind neugierig, kreativ und habe große Lust Unbekanntes und Neues zu erforschen. Dabei hat jedes Kind seine eigenen Talente, Interessen und möchte bei diesen begleitet und unterstützt werden. Kinder die experimentieren und Dinge ausprobieren dürfen entwickeln selbstständig neue Fähigkeiten und stärken damit ihr Selbstbewusstsein.
Für die Begleitung von Kindern in ihrer individuellen Entwicklung sind liebe- und vertrauensvolle Bindungspersonen, die mit Freude viel Zeit und Geduld aufbringen können enorm wichtig. Genau so eine Person möchte ich für die Kinder sein.
Ziele für die pädagogische Arbeit
In meiner pädagogischen Arbeit ist mir besonders wichtig jedes Kind als eigene und individuelle Persönlichkeit anzuerkennen und all seine Begabungen, Gefühle und Grundbedürfnisse wahrzunehmen und zu achten.
Ich lege großen Wert darauf, den Kindern eine liebevolle und geborgene Umgebung zu schaffen, in der sie sich wohl fühlen und gerne Zeit verbringen.
In diesen ersten Lebensjahren lernt ein Kind nicht nur seine Umgebung kennen, sondern auch seine Gefühlswelt. Diese Emotionen sind oft sehr überwältigend. Dabei sind die freudigen, glücklichen Gefühle sehr einfach zu begleiten.
Ein wichtiger Aspekt meiner Arbeit ist es auch die Gefühle wie Wut, Frustration oder Trauer zu begleiten. Oft sind die kindlichen Gründe für diese Emotionen, wie ein umgefallener Turm aus Bauklötzen oder das zu Hause vergessene Kuscheltier, für uns Erwachsene banal und nur schwer nachvollziehbar. Um auch als Erwachsener gut mit diesen „schlechten“ Gefühlen umgehen zu können, möchte ich die Kinder mit Ruhe und Verständnis durch diese Gefühle begleiten. Dafür versuchen ich gemeinsam mit dem Kind das akute Gefühl zu benennen, Verständnis zu zeigen und Trost anzubieten. So finden wir meist ziemlich schnell gemeinsam den Weg aus dieser Emotion heraus. Und auch die Bindung und das Vertrauen des Kindes wird dadurch sehr gestärkt.
Meine pädagogische Arbeit soll die Kinder in ihren von Geburt an gegebenen Kompetenzen unterstützen und ihre Begabungen und Interessen fördern.
Durch das miteinander in der Gruppe entwickeln die Kinder Empathie. Sie lernen Rücksicht auf andere Bedürfnisse zu nehmen und wie schön es ist hilfsbereit zu sein. In einer Gruppe bleiben kleine Streitigkeiten nicht aus und so kommen die Kinder auch mal mit schwierigen Situation in Berührung und erlernen dadurch gut mit Konflikten umzugehen.
Um die Selbstständigkeit zu fördern dürfen die Kinder mir bei verschiedenen Dingen, wie z.B. Tisch decken/abräumen helfen. Das bereitet ihnen meist großen Spaß. Stolz auf das Geschaffte zu sein ist unglaublich wichtig für ein gutes Selbstwertgefühl.
Selbstbestimmtheit ist ein weiterer wichtiger Punkt meiner Arbeit. Bei mir wird kein Kind zum Essen, Schlafen oder Sonstigem gezwungen. Das Kind soll wissen, dass ich seine Grenzen und Bedürfnisse jederzeit achte.
Natürlich gibt es dennoch ein paar Regeln, die ich konsequent aber liebevoll wahren möchte und die mir wichtig sind. Dazu gehört z. B. ein pfleglicher Umgang mit Spielsachen oder das Verhalten im Straßenverkehr.
Bildung in der Kindertagespflege
In den ersten drei Lebensjahren wird der Grundstein für die spätere Entwicklung und Bildung gesetzt. Nur Kinder die sich geborgen und sicher fühlen explorieren und entwickeln somit ihre Fähigkeiten wie Bewegung und Sprache weiter.
Aus diesem Grund ist das schaffen einer guten Bindung, bei der ich die sichere Basis für das Kind bin so außerordentlich wichtig. Der erste und wichtige Schritt zu einer guten Bindung ist eine gute Eingewöhnung (siehe nächster Abschnitt).
Auch die Bindung zu den anderen Kindern ist bedeutsam für die Entwicklung von sozialen Kompetenzen wie Empathie und Kompromissbereitschaft.
Eine große und ganz wunderbare Möglichkeit der Bildung ist das Freispiel. Dabei können die Kinder selbstständig und ihren Interessen entsprechend mit den verschiedensten von mir zur Verfügung gestellten Spielsachen ihre Fein- und Grobmotorik fördern. Auch das Spielen miteinander kann dabei erlernt werden.
Die sprachlichen Fähigkeiten fördere ich durch gemeinsames Singen von Liedern oder dem Vorlesen von Büchern. Auch bei unserem täglichen Dialog wird die sprachliche Entwicklung unterstützt.
Bei unseren vielen Spaziergängen entdecken wir gemeinsam die Natur mit ihren verschiedenen Jahreszeiten. Beim sammeln von Stöcken, Blättern, Kastanien, Steinen, Moos uvm. lernen die Kinder verschiedene Naturmaterialien kennen.
Ein positives Körpergefühl bekommen die Kinder beim Toben und Klettern auf dem Spielplatz. Aber auch beim Tanzen zu den Lieblingsliedern.
Durch das gemeinsame Händewaschen führe ich die Kinder an das Thema Körperpflege und -hygiene heran.
Eingewöhnung nach dem partizipatorischen Eingewöhnungsmodell
Die Eingewöhnung ist eine sensible Phase und der Grundstein für ein gelingendes Miteinander. Ich arbeite nach dem partizipatorischen Eingewöhnungsmodell. Das bedeutet: Das Kind und die Eltern gestalten diesen Übergang aktiv mit – in ihrem ganz eigenen Tempo und Orientierung an ihren individuellen Bedürfnissen.
In den ersten Tagen kommt ein Elternteil gemeinsam mit dem Kind zu uns. Anders als bei rein passiven Modellen geht es hierbei um ein echtes Zusammenwirken: Das Elternteil dient als „sicherer Hafen“, darf das Kind aber aktiv ermutigen, spielerisch unterstützen und bei ersten Erkundungen begleiten. Ich nehme mir in dieser Zeit viel Raum, um eine vertrauensvolle Beziehung zum Kind aufzubauen, seine Signale kennenzulernen und als weitere verlässliche Bezugsperson an Bedeutung zu gewinnen.
Die erste Trennung erfolgt nicht an einem starren Tag x, sondern ganz individuell dann, wenn das Kind bereit dazu ist. Wir achten gemeinsam auf die Signale des Kindes: Zeigt es Interesse an den anderen Kindern, wendet es sich im Spiel an mich und lässt es sich von mir trösten? Erst wenn das Kind signalisiert, dass es sich sicher und wohlfühlt, vereinbaren wir den ersten kurzen Trennungsversuch.
Auch die Pflegebereiche wie Wickeln, Essen oder das Schlafenlegen werden Schritt für Schritt und ohne Druck übernommen – immer im feinen Dialog mit dem Kind. Das Tempo bestimmen alleine das Wohlbefinden des Kindes und das Vertrauen der Eltern. Sobald sich das Kind von mir verlässlich trösten lässt und Freude am Alltag zeigt, ist die Eingewöhnung geschafft.
Gestaltung von Übergängen / Rituale
Immer wieder kehrende Rituale erleichtern den Kindern den Alltag und die Übergänge verschiedener Tagespunkte ungemein. Es schafft Vertrauen und Sicherheit. Das beginnt schon mit der täglichen persönlichen Begrüßung. Weitere Rituale sind der Morgenkreis oder das Singen der gleichen Lieder zum Aufräumen oder zum Einschlafen. Auch ein kleiner Tischspruch vor dem Mittagessen gehört bei mir immer mit dazu.
Beobachtung und Dokumentation
Die Beobachtung und Dokumentation ist Teil meiner täglichen Arbeit um die Entwicklung jedes einzelnen Kindes im Blick zu behalten und meine pädagogische Arbeit zu reflektieren. Nur wenn ich die Bedürfnisse der Kinder richtig wahrnehme, kann ich die einzelnen Interessen erkennen und entsprechend darauf eingehen.
Auch für den Austausch mit den Eltern über die aktuellen Interessen und Entwicklungen ist die Beobachtung sehr wichtig.
Für die Dokumentation kann ich eine Foto-App verwenden. Dazu benötige ich vorab eine Einverständniserklärung der Eltern. Erst dann kann ich hier regelmäßig Fotos der Kinder hochladen und kleine Texte zu unseren gemeinsamen Erlebnissen verfassen. Die Eltern können dann jederzeit darin stöbern und an unserem Alltag teilhaben.
Zusammenarbeit mit Eltern, Bildungs- und Erziehungspartnerschaft
Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist ein sehr bedeutsamer Teil meiner Arbeit. Eine gute Betreuung braucht eine vertrauensvolle und enge Zusammenarbeit zwischen den Eltern und mir.
Besonders für die Kinder ist es wichtig zu merken, dass wir uns gut verstehen und eine respektvolle Erziehungspartnerschaft führen.
Das grundlegende und gemeinsame Ziel ist das Wohl des Kindes. Als Eltern sind Sie die wichtigsten Bezugspersonen für Ihr Kind. Deshalb sprechen Sie bitte jederzeit mit mir über Wünsche, Ängste, Sorgen oder aktuell besondere Situation in Ihrer Familie. Nur so kann ich darauf bei meiner Betreuung eingehen.
Unsere meiste Kommunikation findet bei Tür-und Angelgesprächen während der Bring- und Abholzeiten statt. Ich möchte zusätzlich dazu mit jeder Familie einmal im Jahr ein Elterngespräch führen bei dem wir uns ausführlich und in Ruhe über ihren kleinen Schatz unterhalten können. Sollte von Ihrer oder meiner Seite Bedarf bestehen, sind weitere Elterngespräche jederzeit gerne möglich. Einmal im Jahr veranstalte ich einen Elternabend bei dem alle zusammen kommen und organisatorische Dinge besprochen werden können.
Gemeinsamen Feste (Sommerfest, Lichterfest, …) stärken die Gemeinschaft und schaffen tolle gemeinsame Erinnerungen.
Kooperation / Qualitätssicherung
Meine Qualifizierung zur Tagespflegeperson (Bundeszertifikat „Qualifizierte Kindertagespflegeperson) und die fortlaufende Überprüfung und Unterstützung durch das Stadtjugendamt/Sozialbürgerhaus gewährleisten eine hohe Betreuungsqualität.
Selbstverständlich besuche ich jedes Jahr verschiedene Fortbildungen und bilde mich auch selbstständig immer gerne weiter.
Alle zwei Jahre nehme ich an einem Erste-Hilfe-Kurs für Kinder teil.
Bei unseren Spaziergängen und Spielplatzbesuchen treffen wir immer wieder andere Tageseltern und deren Tageskinder. Aus dem Austausch mit anderen Tagespflegepersonen über deren Erfahrungen, Ideen zu verschiedenen Spielangeboten und pädagogische Themen kann ich neue Dinge für meinen Alltag mitnehmen.
Kinderschutz
Als Kindertagespflegeperson bin ich nach dem Sozialgesetzbuch VIII § 8a Abs. 5 zum Kinderschutz verpflichtet.
Mit dem Stadtjugendamt/Sozialbürgerhaus habe ich eine Vereinbarung zum Kinderschutz unterzeichnet und werde die Vorgaben und Dokumentation bei einer möglichen Gefährdung beachten.
An regelmäßigen Fortbildungen zum Kinderschutz werde ich teilnehmen.
Infektionsschutz und Lebensmittelhygiene
Als Kindertagespflegeperson bin ich gesetzlich verpflichtet den Infektionsschutz und die Lebensmittelhygiene zu beachten.
Die Vorgaben zum Umgang mit Lebensmitteln, persönlicher Hygiene und Hygiene der Kinder werden von mir umgesetzt.
Kranke Kinder, insbesondere mit ansteckenden Krankheiten, können nicht betreut werden. Sofern ich wegen Erkrankung nicht betreuen kann, können Eltern eine Ersatzbetreuung nutzen, die das Stadtjugendamt/Sozialbürgerhaus bereitstellt.